Rückblick auf Kultur 2011/12

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März 2012

Kodály

 
 

Bopfingen / ls

Die Reihe Kultur am OAG hat am Donnerstagabend mit einem Konzert ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Das Kodály Quartett aus Budapest verzückte dabei die Zuhörer mit feinster Kammermusik.

„An diesem ersten Frühlingstag des Jahres, da mag man die leisen Töne“, begrüßte der Schulleiter des Ostalb-Gymnasiums, Dieter Kiem, die Konzertgäste in der Aula des Bildungszentrums. In seinem zehnten Jahr konnten die Initiatoren von Kultur am OAG einmal mehr internationale Stars nach Bopfingen locken. Das Kodály Streicherquartett von der renommierten Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest hat bereits Konzertsäle in Japan, Australien, Neuseeland, sowie Süd- und Nordamerika gefüllt und wurde mit dem Sonderdiplom beim Internationalen Quartettwettbewerb ausgezeichnet. Attila Falvay an der ersten Violine, Erika Tóth an der zweiten Violine, János Féjervári an der Bratsche und György Éder am Violoncello bilden derzeit das Ensemble in der Besetzung eines klassischen Streicherquartetts.

Egal ob gestrichen, geschlagen oder gezupft, die vier Künstler konnten ihren Instrumente Töne verschiedenster Art mit atemberaubender Virtuosität entlocken. Einer italienischen Serenade von Hugo Wolf folgte das Streicherquartett in D-Dur von Felix Mendelsohn Bartholdy. Das Ensemble bündelte die Aufmerksamkeit der Zuhörer bis zu einer halben Stunde mit nur einem der mehrsätzigen Werke. Romantisch und gediegen fuhren die Musiker nach der Pause dann mit Tschaikowskis Streicherquartett in D-Dur fort.

Das Bopfinger Publikum wollte die ungarischen Streicher kaum ziehen lassen, die für dieses einzigartige Klangerlebnis verantwortlich waren. So blieb diesen nichts anderes übrig als mit Antonin Dvorak, Georg Gershwin und Franz Schubert gleich drei Titel als Zugabe darzubieten.

 

© Schwäbische Post 02.03.2012

Dez. 2011

Willy Astor

 

                                                                                                                                   Bilder (L. Aich)

 

Gabi Neumeyer (© Schwäbische Post 16.12.2011)

 

Wortakrobat Willy Astor liefert im Rahmen der Reihe „Kultur am OAG“ gekonnte Wort- und Tonakrobatik

Ein absoluter Höhepunkt der Reihe „Kultur am OAG“ und schon Wochen vorher ausverkauft war am Donnerstagabend das Gastspiel des preisgekrönten Kabarettisten Willy Astor. Mit seinem Programm „Tonjuwelen“, mit seinem jungenhaften Charme, seiner Schlagfertigkeit und seinem intelligenten Wortwitz begeisterte der Sprachjongleur das Publikum in der Aula des Ostalbgymnasiums vom ersten Satz an.

 

Bopfingen. „Zum Mitnehmen schön“, lobte Astor das von Schülern der Kursstufe gestaltete Bühnenbild. Aber dann war es erstmal vorbei mit den Nettigkeiten. Ein skeptischer Blick über die Reihen und die trockene Feststellung „Modemäßig habt ihr aber noch Luft nach oben“, läutete ein herrliches Geplänkel zwischen Künstler und Besuchern ein.

Astor nahm OAG-Konrektor Gerhard Ott wegen dessen 30 Sätze langer Begrüßung aufs Korn, einige Zuspätkommer – „Was ist los, die anderen haben es ja auch pünktlich geschafft“ – und den elfjährigen Alexander aus dem Steinbrüchle – „Adresse merken, hier steigt die After Show-Party“. Vor allem die „Pflaumlocher“ mussten sich einiges anhören. Astors Frage, „Wie heißt du und woher kommst du“ an Susanne aus Pflaumloch in der ersten Reihe, sorgte für den „Running Gag“ des Abends.

Mal nicht in einer „miefigen Stadthalle“ sondern in einer Schule zu spielen, machte Willy Astor sichtlich Spaß, weckte jedoch auch Erinnerungen an seine eigene „wenig ruhmreiche“ Schulzeit, führte zu einigen Seitenhieben auf den anwesenden „Leerkörper“ und zu der quälenden Frage, „Was ist der Plural von Aula? Aulas, Aulen, Aulä?“ Astor blödelte fröhlich herum und brachte spielend die „Aula der Aulen“ zum Kochen. Als großartiger Gitarrist erwies er sich in seinen Liedern, deren sinnfreie, originelle Texte sich lautmalerisch haarscharf am Originaltext orientieren und fast schon reflexartig auf die Lachmuskeln der Besucher wirkten.

Jede Zeile ein Lacher, jeder Vers ein Brüller und die Erkenntnis, viele Welthits wurden Astor unverschämterweise einfach geklaut – beispielsweise Hits wie „An Ski“ (Angie), oder „Grilling me softly beim ping pong „ (Killing me softly with his song). „Das war zu einer Zeit, als es noch Kassetten gab und die Telefone noch Schwänze hatten“, schwelgte er in Nostalgie. Höchst amüsiert genossen die Bopfinger auch die intelligent gestrickten Geschichten des „Wortakrobaten aus Literaten“ „Ich mag’s frisch!“, Filmklassikern oder Automarken und -teilen, wie im Märchen „Radkäppchen und der böse Golf“. Als besonderen Gruß hatte der Oberbayer ein „Ständle fürs Ländle“ im Gepäck, nicht ohne bei der Gelegenheit auf sprachliche Ungereimtheiten dieses Dialektes einzugehen. „Wart amol g’schwend, heißt übersetzt: „Bleib stehen und beeil dich dabei.“ Das solle ihm erst mal einer vormachen, meinte er.

Zuletzt gab’s noch gute Beziehungsratschläge „Happy wife, happy life“, ein wenig Werbung in eigener Sache „Kaufen sie Humor direkt vom Erzeuger“ und das Versprechen nach einem umjubelten Auftritt: „Ich komme wieder mal nach Bopfingen.“

 

© Schwäbische Post 16.12.2011

OKT. 2011

Salaputia

 

 

                                                                                                                                    Bilder (L. Aich)

 

Günter Ott (Schwäbische Post)

Der stellvertretende Schulleiter, Gerhard Ott, begrüßte im vollen Haus die Besucher. „So was gab es bisher hier nicht zu hören und sehen und auch zum ersten Mal wird ein ehemaliger Schüler als Berufsmusiker hier auftreten“, sagte er.


Auch die Schüler, die das Bühnenbild des Abends entwarfen, würdigten den ehemaligen Schüler Jonas Burow, dessen Portrait eindeutig auf dem Bühnenbild zu erkennen war. Gespannt warten die Besucher nun auf das erste Stück der Berufsmusiker, das der Linzer Komponist Thomas Doss komponierte. Engagiert gingen die Musiker zu Werke und prächtige und klangvolle Musik erfüllte die Aula.


Gerhard Ott hatte den Besuchern nicht zuviel versprochen. Die Musiker mit Anke Herrmann, Anton Borderiuex, Eric Klug, Lukas Reiß auf der Trompete, Felix Baur mit dem Horn, Jonas Burow, Felix Eckert, Hannes Hölzl, Aaron Stilz auf der Posaune, Joel Zimmermann an der Tuba sowie Bennet Dobrick am Schlagzeug brachten dem Publikum schöne Töne in Klang und Gestaltung näher. Das Ensemble spannte seinen musikalischen Bogen vom Barock bis zur Moderne bis hin zum Jazz. Mit einer Canzone von Gabrieli huldigten Musiker die venezianische Mehrchörigkeit und sakrale Musik. Mit Präludium und Fuge von Bach wurde an einen der größten Musiker seiner Zeit erinnert. Bei der Sinfonietta des englischen Filmkomponisten Howard Blake zeigten die Musiker die ganze Bandbreite der musikalischen Möglichkeiten. Orgelartige Klänge, moderne Cluster-Harmonien, sphärische Klangteppiche und ein triumphaler Schlussteil beinhaltete das Stück, das bei den Besuchern ebenfalls sehr gut ankam.


In der Pause bewirtete die Catering-AG. Nach der Pause setzte das junge Ensemble das abwechslungsreiche Programm fort. Mit Derek Bourgeois Werk „William und Mary“ erzählte das Blechbläserensemble musikalisch in fünf glanzvollen Sätzen die Geschichte des englischen Königspaares. Mit Duke Ellington setzten die genialen Musiker einen Schlusspunkt unter das grandiose Konzert. Mit Applaus im Stehen wurde das Ensemble verabschiedet, das sich mit einer Zugabe von ihrem begeisterten Publikum verabschiedete.

© Schwäbische Post 14.10.2011